Der Tod aus Stockach

Die Rheinmetall Soldier Electronics GmbH (ehemals Oerlikon Contraves AG) ist eine selbstständige Tochtergesellschaft der Rheinmetall AG. Die Firma hat sich unter anderem auf die Entwicklung und Fertigung von Ausrüstung für die Infanterie spezialisiert.

Daten:

  • Beschäftigte in Stockach: ca. 100.
  • Auf der Liste der 100 größten Rüstungsfirmen der Welt ist Rheinmetall die Nummer 31.
  • Hier die offizielle Rheinmetall-Website: http://www.rheinmetall-defence.com/
  • Hier unser "Rheinmetall-Kunstwerk".
  • Übernahme durch Rheinmetall AG: 1999.
  • Umsatz: 1,89 Mrd. Euro (Rheinmetall Defence, 2009).

Das Unternehmen ist auch an folgenden Rüstungsprojekten beteiligt:

Heer: Gepard (Flugabwehrpanzer), auf dem Foto rechts ein Gepard der Rumänischen Armee. Skyranger (Flugabwehrsystem), Skyshield (Flugabwehrsystem), Skyguard (Flugabwehrsystem), CORECT Lenkmodul (MLRS) (Raketenlenkmodul), Infanterist der Zukunft, G36 Zubehör (Sturmgewehr), Multi-Sensor-Plattform, FCU-HW Feuerleitung

Marine: Marinegeschütz Millennium GDM-008, Multi-Sensor-Richtgerät TMX/EO, Optische Zielzuweiser TDS (Target Designation System.

 

Das Marinegeschütz "Millennium GDM-008"

Das GDM-008 Millennium, auch Millennium Gun oder Millennium Marine Gun genannt, ist ein Marinegeschütz von Rheinmetall Defence. Für die Verwendung als leichtes Schiffsgeschütz von Marineeinheiten für die primären Aufgaben der Flugabwehr und die Bekämpfung von gegnerischen Schnellbooten oder U-Booten wurde eine einzelne 35/1000 in einen Gefechtsturm mit radarreflektierenden, schrägen Verkleidungen integriert. Gesteuert wird das Waffensystem über ein entweder schon bestehendes Feuerleitsystem oder als autonomes Komplettsystem vollautomatisch.

Im 3200 Kilogramm (kg) schweren Gefechtsturm können 200 bis 252 Schuss Munition untergebracht werden. Damit können maximal acht anfliegende Raketen bekämpft werden. Die Munition wird der Waffe ohne Gurt und ohne Magazin zugeführt. Dadurch kann einfach nachmunitioniert werden und verschiedene Munitionsarten können leicht gemischt werden. Neben der regulären Munitionsdotation im Magazin befindet sich in der Plattformstruktur, auf der das Geschütz montiert ist, Platz für eine weitere komplette Munitionsdotation.

Durch die hohe Mündungsgeschwindigkeit von 1050 Metern pro Sekunde (m/s) und das größere Kaliber in Verbindung mit der AHEAD-Munition ist das GDM-008 in der Lage, Anti-Radar-Raketen in Entfernungen über 1200 Meter (m), Marschflugkörper über 2000 m und Kampfflugzeuge oder Kampfhubschrauber über 3500 m zu bekämpfen. Es ist damit als einziges Mittelkalibergeschütz in der Lage, anfliegende Flugkörper wirksam über 1000 m zu bekämpfen. Vergleichbare Systeme bekämpfen Flugkörper laut Rheinmetall effektiv nur weit unterhalb von 1000 m bei rund 500 m.

Der Geschützturm war auch einer der Bestandteile des US-amerikanischen Experimentalschiffes SLICE, das in Zusammenarbeit mit Lockheed-Martin im Rahmen des US Fleet Battle Experiment – Julliet von Juli bis August 2002 lief. Als Ergebnis dieses Tests wurde die leichte Implementierung des Waffensystems in bestehende Systeme positiv angeführt. Es war außerdem als einziges System in der Lage, ein simuliertes Periskop eines getauchten U-Boots zu erkennen, aufzuschalten und mit AHEAD-Munition zu bekämpfen.

Im November 2004 entschied sich Dänemark für das GDM-008-Waffensystem für ihre Einsatzversorgungsschiffe, wobei je ein Geschütz am Bug und am Heck montiert wird. Darüber hinaus haben sich sieben weitere NATO-Staaten für das Millennium-Waffensystem entschieden. Eine abgespeckte Version des Millennium-Geschützes wird auf den Patrouillenbooten vom Typ BVL der Marine von Venezuela eingesetzt. 

Das Foto (oben) zeigt eine Sea Slice mit Maschinenkanone 35/1000 im Bug.

Unsere Forderung an die Firma Rheinmetall Soldier Electronics: Stellen Sie unverzüglich um auf zivile Produkte! Keine Rüstungsproduktion, weder am Bodensee noch sonst irgendwo!