Rückblick: Runder Tisch "Rüstungsindustrie am Bodensee"
am 16. Juni 2012 in Überlingen


Neues Video hier. Vertreter von Parteien (MdB Rainer Arnold, MdB Agnieszka Brugger, MdB Lothar Riebsamen), der Firmen (Claus Günther, Diehl), der Kirchen (Friedhelm Hengsbach, Wolfgang Müller, Jürgen Stude), der Gewerkschaft (Lilo Rademacher) und der "anderen Schweiz" (Josef Lang) diskutierten. EADS und MTU wurden freundlichst eingeladen, haben sich aber vor der Verantwortung gedrückt.


Ökumenische Erklärung zur Rüstungsindustrie am Bodensee

Diese Erklärung (als Text / als pdf) wurde auf dem 15. Internationalen Ökumenischen Bodenseekirchentag (15.06.2012) veröffentlicht, zusammen mit den Namen von 28 kirchlich und sozial engagierten Personen aus dem Bodenseeraum.


 RückblickRRRrrrrRückblick: Ostermontag 2012 "Für eine rüstungsfreie Zone Bodensee" - 300 Teilnehmer/innen

 

Bildergalerie (53 Fotos). Auf Youtube. Der offizielle Flyer . ORF-Fernsehbeitrag.

Beginn war  um 9:45 Uhr am Bahnhof Arbon/CH. Erste Station: St. Gallus-Kapelle. Dann Werkstor der Firma Hartchrom. Dann mit Zug und Fähre nach Friedrichshafen. Die Fähre kam um 13.17 Uhr in Friedrichshafen an. Von dort zu Fuß zur Firma MTU. Dort Kundgebung mit Jürgen Grässlin. Abschluss im katholischen Gemeindesaal, Karlstraße 17/1. Dort Jazzmusik mit Jeffrey van Davis und seinen Freunden. Reden von ALt-Nationalrat Dr. Josef Lang und Gemeinderätin Martina Knappert-Hiese. Über 40 Organisationen haben dazu eingeladen: Deutsche Friedensgesellschaft / Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK Gruppe Ravensburg-Oberschwaben, ver.di Bezirk Oberschwaben, Amnesty-Gruppe Rorschach, Amnesty International Vierländer-Region, AG Christentum und Sozialdemokratie Vorarlberg, Attac Lindau, Attac Vorarlberg, Bündnis 90 / Die Grünen - Kreisverband Bodenseekreis, Grüne Kanton St. Gallen, Grüne Vorarlberg, friedens räume Lindau, IG-Metall Friedrichshafen-Oberschwaben, Gewerkschaftsbund der Kantone Appenzell, St. Gallen und Thurgau; GSoA Gruppe Schweiz ohne Armee, Malin-Gesellschaft Vorarlberg, die LINKEN Kreisverband Ravensburg, Ökumenische Kommission GFS St. Gallen-Appenzell, Pax Christi Vorarlberg und Bayern, Religiös-sozialistische Vereinigung Schweiz, Sozialdemokratische Partei der Kantone Appenzell, St. Gallen und Thurgau, Sozialistische Bodensee Internationale, JUSO Kanton St. Gallen, Sozial- und Umweltforum Ostschweiz, Initiative gegen Waffen vom Bodensee, Forum Solidarität und Spiritualität Ostschweiz, Internationaler Versöhnungsbund, Schweizerischer Friedensrat. Unterstützt wird diese Aktion auch durch den Fonds für Erwachsenenbildung der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St. Gallen.


Rückblick: Infostand an drei Advents-Samstagen (8./15./22.12.2012) in Überlingen auf dem Münsterplatz. Für eine Bodenseeregion ohne Rüstungsindustrie!


Rückblick: Radtour gegen Rüstung. Wir haben am 7.8.2012 die Firmen Liebherr, AC&S, ZF, MTU, EADS und Diehl besucht.

Berichte: SWR-Landesschau (hier und hier), Regio-TV (hier), Schwäbische Zeitung Friedrichshafen (hier), Schwäbische Zeitung Überlingen (hier), Südkurier FN (hier), Südkurier KN (hier), Südkurier BaWü (hier)  , Lindauer Zeitung  (hier) . Die Zeitungsandacht (hier) und darauf zwei Leserbriefe (hier). Einladungsplakat  (hier). Rede der Vizepräsidentin (hier).



Rückblick: Kundgebung vor MTU am 31.08.2012

MTU baut in Friedrichshafen den nach militärischen Standards ausgelegten und geprüften Motor für den Kampfpanzer  Leopard  2A7+. Dieser Panzer ist speziell für den Einsatz in Städten ausgerüstet. Er kann in Saudi Arabien gegen die demokratische Opposition eingesetzt werden. Saudi Arabien schlägt mit Panzern gelegentlich auch Aufstände in Nachbarländern nieder, z.B. 2011 in Bahrain. Wir werden den Export dieser Panzer verhindern! Kundgebung am 31.08.2012 um 13 Uhr vor dem MTU-Werkstor am Maybachplatz. Es wurden nicht nur Reden gehalten (z.B. von Andreas Zumach), sondern es gab auch Musik von Rhythm-attac (Samba) und John Gillard (Folk).


Rückblick: "Das blutrote schwäbische Meer"

Im Stadttheater Konstanz im Gebäude "Werkstatt Inselgasse" am 13.01.2012 mit Hans Peter Koch und Jürgen Grässlin. Hier die Tonband-Mitschnitte. Hier der Artikel im SÜDKURIER vom 17.01.2012, Autorin Kirsten Schlüter.

Entrüstung über die Rüstung am Bodensee

Unter dem Titel „Das blutrote Schwäbische Meer“ haben der bekannte Rüstungsgegner Jürgen Grässlin und der Journalist Hans-Peter Koch über Rüstungsindustrie am Bodensee gesprochen. Die Befürworter fehlten, aber informativ war der Abend trotzdem.

Eigentlich sollte es unter dem Titel „Das blutrote Schwäbische Meer“ eine kontroverse Debatte über Rüstungsindustrie am Bodensee geben. Doch die eingeladenen Vertreter betroffener Unternehmen sagten alle ab. Laut dem Journalisten und Moderator des Abends, Hans-Peter Koch, hält Tognum mit Standort in Friedrichshafen seine Rüstungssparte für zu klein, um solch einer Debatte beizuwohnen. Und der ebenfalls in Friedrichshafen ansässige Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS lässt wissen: „Wir sind der Ansicht, dass das Bild der EADS Deutschland GmbH/Cassidian in der breiten Öffentlichkeit in der Bodenseeregion keiner Korrektur bedarf.“

So blieb Hans-Peter Koch und dem bekannten Rüstungsgegner Jürgen Grässlin nichts anderes übrig, als das ohnehin schon gut informierte (und im Schnitt sehr junge) Publikum in der Werkstatt des Stadttheaters noch weiter über die Waffenschmiede Bodensee aufzuklären. Dies tat Jürgen Grässlin, ausgezeichnet mit dem Aachener Friedenspreis, nach einer Lesung der Schauspielerin Julia Philippi. Sie gab einen Einblick in die Erlebnisse der Bundeswehrsoldatin Daniela Matijevic, die hochtraumatisiert aus dem Kosovo zurückkehrte. Auch Grässlin hatte eindrückliche Bilder dabei. Loch im Kopf, fehlender Unterschenkel, Kindersoldaten. Die Zuhörer lernten, dass Deutschland zwischen 2006 und 2010 elf Prozent der Waffen weltweit lieferte und damit hinter den USA und Russland auf Platz drei im Export lag. Und sie lernten, welche Unternehmen rund um den See in das Waffengeschäft eingebunden sind. Jürgen Grässlin glänzte einmal mehr mit Detailwissen.

Schade war nur, dass die Einordnung der regionalen Zusammenhänge etwas kurz ausfiel. Die Kooperation des Ellenrieder-Gymnasiums und der Uni Konstanz mit EADS wurde zwar aus dem Publikum kritisiert, aber die Debatte ging nicht ins Detail. Jürgen Grässlin erhielt immerhin viel Beifall für seine Aussage: „Schulen sind meist staatlich finanzierte Bildungseinrichtungen, da haben Rüstungsfirmen so gar nichts drin verloren.“ Ellenrieder-Schulleiter Peter Beckmann saß im Publikum, mischte sich aber nicht ein.

Dafür ergriff der emeritierte Politikprofessor Peter Grottian aus Berlin das Wort: „Aus diesem Abend muss ziviler Ungehorsam hervorgehen, um die Rüstungsindustrie lahmzulegen – auch am Bodensee“, forderte er. Über das Vorgehen war sich das Publikum uneinig. Die „Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel“ hat dafür schon einen konkreten Plan auf anderer Ebene. „Wir wollen das Grundgesetz ändern“, sagt Grässlin. Künftig soll darin stehen: „Kriegswaffen und Rüstungsgüter werden grundsätzlich nicht exportiert.“ Der Abend ging nach zwei Stunden nur zu Ende, weil feuerrechtliche Bestimmungen dies erforderten. Diskussionsbedarf hatte das Publikum noch zuhauf.


Aktuell: Rüstungsgegner spenden für Syrien-Kriegsopfer: Die Wunden heilen helfen, die auch deutsche Waffen und Rüstungsgüter im Syrienkrieg Menschen zufügen, war das Motiv für eine 4-stellige Euro-Spende von Mitgliedern des Vereins "Keine Waffen vom Bodensee (KWvB)e.V.", an Dr. Adnan Wahhoud aus Lindau... (weiter)

Postkartenidylle

Der Bodensee ist schön, und so denkt kaum jemand an die Opfer. Man sieht die Toten nicht. Man hört die Schreie der Verletzten nicht.

In einem alten Buch steht: "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Weiter