
Diese Listen stammen von der MTU-Website (Stand 18.06.2012). Hier größer.

MTU-Motoren für autoritäre Regierungen.
Motoren in Krisen- und Kriegsgebiete.
Die SIPRI-Liste aller Exporte von MTU-Militär-Motoren 1981-2010 finden Sie hier.
Schiffsmotoren (Hier die Namen der Kriegsschiffe und Motor-Nummern):
- Saudi-Arabien hat mindestens 13 Kriegsschiffe mit MTU-Motoren.
- Bahrain hat mindestens 6 Kriegsschiffe mit MTU-Motoren.
- Die Vereinigten Arabischen Emirate haben mindestens 10 Kriegsschiffe mit MTU-Motoren.
- Tunesien hat mindestens 3 Kriegsschiffe mit MTU-Motoren.
- Ägypten hat mindestens 10 Kriegsschiffe mit MTU-Motoren.
Panzermotoren:
- Juli 2011: Geplanter Export von 200 Panzern "Leopard PSO" mit ATM-Bordcomputern aus Konstanz und MTU-Motoren aus Friedrichshafen nach Saudi-Arabien. Diese Panzer werden mit der Spezialausrüstung "PSO" geliefert, die sich für die Niederschlagung von Aufständen eignet. Die Angehörigen der Opfer werden fragen: Wer hat diese Panzer gebaut?
- Panzermotoren vom Bodensee an das autoritäre Regime in China, siehe Extra-Seite.
- Motoren für den israelischen Kampfpanzer Merkava 4, mit dem Araber beschossen werden. Machen wir uns dadurch Freunde in der arabischen Welt?
- Motoren für ukrainische Radpanzer, die nach Thailand geliefert wurden / werden.
„Tognum respektiert und unterstützt die Einhaltung der international anerkannten Menschenrechte“ (Tognum AG, aus: Corporate Governance, Verhaltensrichtlinie)
Die Tognum AG zählt zu den weltweit größten Herstellern von Dieselmotoren und Antriebssystemen für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge sowie Industrieantriebe. Sie umfasst die Marken MTU Friedrichshafen, MTU Onsite Energy und L'Orange. Die Daimler AG ist mit 25 Prozent größter Einzelaktionär. Die restlichen Aktien befinden sich in Streubesitz.
2007 unterzeichnete die Tognum AG einen Vertrag über die Gründung eines Joint Venture mit Norinco. Der chinesiche Staatskonzern zählt zu den größten Waffenproduzenten Chinas. Das Angebot reicht von Handfeuerwaffen [siehe Foto unten] über Sprengstoffe bis zu Panzern und Antriebskomponenten für strategische Atomwaffensysteme. Außerdem sollen auch Motoren zur Notstromerzeugung für chinesische Atomkraftwerke montiert werden. Antriebe für militärische Fahrzeuge. [Foto: Einer von 325 chinesischen Kampfpanzern ZTZ 99, die mit MTU-Motoren fahren.]
Die MTU wirbt auf ihrem Internetportal damit, seit 1950 über 10.000 Antriebs- und Bordstromsysteme an beinahe alle Marinen der Welt geliefert zu haben. Im Bereich der konventionellen U-Boot-Motoren ist das Unternehmen Weltmarktführer. Auch bei der Produktion von Motoren fürmilitärische Landfahrzeuge besitzt MTU eine lange Tradition. Die Antriebssysteme werden dabei auch als eine komplette „Systemlösung“ angeboten, die neben Ersatzteil- und Werkzeugbevorratung auch Schulungen an Bord der Schiffe umfasst. Darüber hinaus bietet das Unternehmen einen jederzeit und immer verfügbaren, weltweiten Service an.
Fragen der kritische Aktionäre auf der Hauptversammlung 2010
- Wie will die Daimler AG sicherstellen, dass es durch das 2007 zwischen NORINCO und der Tognum AG vereinbarte Joint Venture nicht zur Lieferung von Waffensystemen in Krisenregionen kommt, die Tognum-Komponenten enthalten?
- Welche Konsequenzen würde die Daimler AG für die Beteiligung an der Tognum AG ziehen, wenn es zur Lieferung von Waffensystemen in Krisenregionen kommt, die Komponenten enthalten, die von dem Joint Venture gemeinsam montiert werden?
- Ist ihnen bekannt das derzeit mindestens 23 chinesische Kriegsschiffe und U-Boote mit lizenzgefertigten MTU-Dieselmotoren ausgestattet sind?
- Wie will die Daimler AG zukünftig verhindern, dass es zur Verwendung von MTUDieselmotoren in chinesischen Kriegsschiffen kommt?
- Ist ihnen bekannt, ob es derzeit Verträge über Serviceleistungen für die chinesische Marine durch die Tognum AG gibt - oder ob solche Verträge in der Vergangenheit existiert haben?
- Ist ihnen bekannt, dass der chinesische Kampfpanzer vom Typ 99 mit einem Dieselmotor ausgestattet ist, der eine Weiterentwicklung des deutschen MB 871 Ka-501 sein soll?
- Warum ist ihrer Meinung nach die Vergabe von Lizenzen zur Fertigung militärisch nutzbarer Komponenten an den chinesischen Staatskonzern NORINCO kein Bruch des von der EU gegen China verhängten Waffenembargos?
- Glauben sie, dass die Lizenzvergabe für die Produktion von militärisch nutzbaren Komponenten an die Volksrepublik China durch die Tognum AG mit ihrer in der Corporate Governance festgelegten Verpflichtung zur Wahrung der Menschenrechte vereinbar ist?
- Wie beurteilen sie die Lieferung von Patrouillenbooten mit MTU-Dieselmotoren an Venezuela?
- Wird die von der Tognum AG angebotenen „lebenslangen“ Serviceleistungen auch dann fortgesetzt wenn sich der der Vertragspartner im Krieg befindet oder ein solcher unmittelbar bevorsteht?
- Unter welchen Bedingungen würde die Tognum AG die Serviceleistungen für militärische Komponenten einstellen?
Resümee
Die Tognum AG und die Daimler AG haben sich in den Verhaltensrichtlinien ihrer Corporate Governance zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet. Ob diese Verpflichtung mit der Lieferung von militärischen Komponenten an Staaten wie Saudi Arabien oder China vereinbar ist muss bezweifelt werden. Die Kooperation mit dem chinesischen Staatskonzern NORINCO, die in den letzten Jahren intensiviert wurde, ist dabei aus zwei Gründen besonders problematisch: die Volksrepublik China begeht seit Jahrzehnten immer wieder schwerste Menschenrechtsverletzungen und ist einer der führenden Waffenlieferanten an diktatorische Staaten wie Sudan und Myanmar.
Quellen:
http://www.tognum.com; http://www.mtu-online.com; http://www.thyssenkrupp-marinesystems.com; Janes Defence Weekly; Janes Fighting Ships 1999-2000; Sipri Yearbook 2005; http://www.sinodefence.com; http://www.globalsecurity.org; http://www.naval-technology.com; http://www.mtu-online.com/fileadmin/fm-dam/mtu-global/pdf/mtureport/mtu_report_1_2008_de.pdf; http://www.100yearsmtu.com; http://www.daimler.com/Projects/c2c/channel/documents/1031143_dcx_corp_2007_docs_verhaltensrichtlinie_g.pdf; http://investoren.tognum.de/cgi-bin/show.ssp?companyName=tognum&language=German&id=6800
Firmengeschichte
- 1909 in Bissingen/Enz unter dem Namen Luftfahrzeug-Motoren GmbH gegründet
- 1911-12 nach Friedrichshafen umgezogen
- 1918 Umbenennung in Maibach-Motorenbau
- ab 1933 Umstellung auf die Produktion von Militärfahrzeugen
- bis 1945 liefert man etwa 140.000 Motoren aus
- 1953 Beginn der Produktion von Schiffsmotoren
- 1960 Beteiligung der Daimler-Benz AG
- 1966 Zusammenschluss mit Mercedes-Benz-Motorenbau zur Maybach Mercedes-Benz Motorenbau GmbH
- 1969 Gründung der MTU Friedrichshafen GmbH
- 1974 Internationalisierung durch Gründung von Tochtergesellschaften in aller Welt
- 1986 NORINCO beginnt mit der Lizenzfertigung vom MTU-Dieselmotoren
- 1989 MTU wird Teil der DASA
- 2005 Verkauf an den schwedischen Finanzinvestor EQT Partners
- 2006 Gründung der Tognum Unternehmensgruppe mit MTU als Kernmarke
- 2007 Vertragsunterzeichnung des Joint Venture mit NORINCO
- 2008 Daimler wird wieder größter Einzelaktionär
- 2008 wurde ein Umsatz von 3,1 Milliarden Euro erzielt
- 2010 Beginn der Montage von Motoren der Baureihen 956, 1163, 595 mit NORINCO
- 2011 MTU wird von Daimler und Rolls-Royce gekauft.
Unsere Forderung an Tognum-MTU: Stellen Sie unverzüglich um auf zivile Produkte! Keine Rüstungsproduktion - weder am Bodensee, noch irgendwo sonst!
