Neue Waffenfabrik in Stockach 2012

Foto unten: Klaus Eberhardt (Rheinmetall-Konzernchef), Matthias Weckbach (Bürgermeister, Bodman-Ludwigshafen), Wolfgang Kammerlander (RSE-Geschäftsführer) und Rainer Stolz (Bürgermeister, Stockach) bei der Eröffnung der neuen Waffenfabrik im Industriegebiet Blumhof.

Stockach Rheinmetall zieht in Neubau ein

Ab hier: SÜDKURIER, 05.05.2012, Autorin: Jacqueline Weiß

Mit der Eröffnung des neuen Firmengebäudes in der Bodenseeallee 3 im Gewerbegebiet Blumhof werde ein neues Kapitel für die Rheinmetall Soldier Electronic GmbH (RSE) aufgeschlagen, sagte Geschäftsführer Wolfgang Kammerlander bei der Eröffnungsfeier am neuen Standort.

Kammerlander dankte allen, die den Umzug und Neubau ermöglicht haben, vor allem Bürgermeister Stolz und der Stadt Stockach, für die schnelle Umsetzung. Zur Eröffnungsfeier waren Mitarbeiter, Vertreter der Gemeinden und Kunden und Chefs kooperierender Unternehmen aus aller Welt gekommen.

Die Entwicklung eines Unternehmens sei immer auch mit der Stadtgeschichte verbunden, sagte Bürgermeister Rainer Stolz. Die Stockacher hätten die Entwicklung von Oerlikon Contraves Deutschland (OCD) zu RSE beobachtet und feststellen müssen, dass es eine gute Entwicklung sei. Mit dem Umzug mache RSE den Platz an der Winterspürer Straße frei, um den Stadtteil zu überplanen und die Stadt weiterzuentwickeln.

Die Investition sei für einen Schwaben zu hoch gewesen, erklärte Klaus Eberhardt, Vorstandsvorsitzender des Rheinmetall-Konzerns, der aus Sulz am Neckar stammt. „Aber alles hat seinen Preis und Gutes ist es wert“, sagte Eberhardt. Er lobte RSE-Vorsitzenden Kammerlander als einen „Unternehmer im Unternehmen“ und dieser unternehmerische Geist solle erhalten bleiben und den Erfolg sichern. Der Neubau sei eine Investition in die Zukunft.

Holger Hemsing, Projektleiter des beauftragten Bauunternehmens Freyler, lobte die unkomplizierte Zusammenarbeit. Sie sei von der Vergabe über die Konzeption bis hin zur Fertigstellung beispielhaft gewesen. Für das Gebäude wurden im gemeinsamen Gewerbegebiet von Stockach und Bodman-Ludwigshafen 20 000 Kubikmeter Erde bewegt und 35 Kilometer Datenleitung verlegt, nannte er einige Daten . Das Gebäude verfügte über zwei gasmotorbetriebene Wärmepumpen, die 35 Prozent Energiekosten und 30 Prozent CO-Emissionen sparen.

Das Unternehmen: Die Rheinmetall Soldier Electronics GmbH (RSE) ist eine hundertprozentige Tochter des Rüstungskonzerns Rheinmetall und hat in Stockach rund 100 Mitarbeiter. Je nach Auftragslage kommen 70 bis 80 Leiharbeiter dazu.

Das neue Produktions- und Bürogebäude im Gewerbegebiet Blumhof wurde von dem Bauunternehmen Freyler erstellt. Die Investitionssumme für Grundstück, Gebäude und Technik liegen bei rund sieben Millionen Euro. Mit dem Umzug von der Winterspürer Straße ins Industriegebiet wurden auch die Abläufe optimiert und die Ansprüche an Sauberkeit verbessert. Die Produktion findet teilweise unter Reinraumbedingungen statt. Im Neubau wird auf rund 5000 Quadratmeter gearbeitet, im alten Gebäude waren es rund 9000 Quadratmeter. Der Neubau ist auf Erweiterung ausgelegt, die Option auf ein benachbartes Grundstück besteht. So soll flexibel auf Veränderung reagiert werden können.

Die Produkte: Die RSE entwickelt und produziert in Stockach laserbasierte Zielsysteme und Geräte für die Freund-Feind-Erkennung. Ein Beispiel ist die Zielerkennung-Freund-Feind (ZEFF). Dabei handelt es sich um ein laserbasiertes System, das optisch, akustisch oder per Vibrationsalarm warnt, wenn eigene Kräfte anvisiert werden.

Die Ziele: Ziel der RSE ist es für die Zukunft, nicht nur Dienstleistung anzubieten, sondern auch eigene Produkte für den Soldaten zu entwickeln. Dabei soll es neben zusätzlichen Funktionen für laserbasierte Zielsystemen auch um mechanische Komponenten gehen, die zum Beispiel ein schnelles Anbauen der Zielsysteme ermöglichen. Auch sollen bestehende Produkte weiter entwickelt werden. Die RSE hat international meist öffentliche Auftraggeber wie das Militär, die Polizei und den Bundesgrenzschutz. Es gebe eine Tendenz Richtung Ausstattung von Security. Allerdings seien dort die Anforderungen an die Funktionalität ganz andere, erklärte RSE-Geschäftsführer Wolfgang Kammerlander. (jac)

 

Ein Aufbruch mit Dynamik

Quelle: Rheinmetall-Firmen-Zeitung „Profil“ vom Juli 2012

Mit der Eröffnung des neuen Firmengebäudes an der Bodenseeallee 3 im Gewerbegebiet Blumhof in Stockach hat die Rheinmetall Soldier Electronics GmbH (RSE) nach Aussagen ihres Geschäftsführers Wolfgang Kammerlander ein neues Kapitel aufgeschlagen: „Es ist ein Vorzeigeprojekt, in dem sich Aufbruchsstimmung, Dynamik und Unternehmungslust widerspiegeln.“ Lobende Worte fand Anfang Mai dieses Jahres anlässlich der offiziellen Eröffnung auch Rheinmetall-Konzernchef Klaus Eberhardt: „Der Neubau ist eine Investition in die Zukunft.“ Mit den Systemen und Komponenten von Rheinmetall Soldier Electronics wird seit einigen Jahren der wachsende Markt für Missionsausstattung mit Hightech-Produkten aus dem Hause Rheinmetall bedient. Damit erschließen sich strategisch neue Möglichkeiten der Infanterieausrüstung. Der Umsatz des Stockacher Unternehmens, das derzeit etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt, lag 2011 bei rund 25 Millionen Euro. Das Laser-Licht-Modul (LLM) ist mit bisher mehr als 125 000 Exemplaren das mit Abstand umsatzstärkste Produkt der RSE. Vor rund elf Jahren entschied sich das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr, die Hightech-Lösung aus dem Hause Rheinmetall zu beschaffen. Auch andere deutsche Elite-Einheiten wie die GSG 9 und fast alle europäischen Streitkräfte setzen inzwischen auf das LLM. Daneben bietet das Unternehmen, das aus der ehemaligen Oerlikon Contraves Deutschland hervorgegangen ist, eine Reihe weiterer innovativer Produkte für den wachsenden Markt für Missionsausstattung. Alle Lösungen zeichnen sich durch den modularen Aufbau, hohe Variabilität und herausragende Qualität aus. Im Detail sind dies das Feuerleitvisier (Fel-Vis), die Zielerkennung Freund-Feind (ZEFF), ein lasergestütztes Identifikationssystem für abgesessene Soldaten, das Bedien- und Anzeigegerät (BAG) – es dient der Steuerung eines mobilen Computers sowie zur Darstellung von Lageinformationen wie Karten- und Videomaterial –, der Laserentfernungsmesser (LEM) sowie der Laserwarner, den es in zwei Varianten gibt (für Fahrzeuge und für Fußsoldaten).


Aktuell: Rüstungsgegner spenden für Syrien-Kriegsopfer: Die Wunden heilen helfen, die auch deutsche Waffen und Rüstungsgüter im Syrienkrieg Menschen zufügen, war das Motiv für eine 4-stellige Euro-Spende von Mitgliedern des Vereins "Keine Waffen vom Bodensee (KWvB)e.V.", an Dr. Adnan Wahhoud aus Lindau... (weiter)

Postkartenidylle

Der Bodensee ist schön, und so denkt kaum jemand an die Opfer. Man sieht die Toten nicht. Man hört die Schreie der Verletzten nicht.

In einem alten Buch steht: "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Weiter