Bewaffnete Drohnen, Stand 2004 (siehe auch den Firmenkatalog von 2010, dort Seite 17)

Rüstungskonzerne wollen gemeinsam Drohnen herstellen 
- Diehl schließt Partnerschaft mit General Atomics

Das Rüstungsunternehmen Diehl knüpft eine neue Verbindung in die USA: Die erst kürzlich gegründete Diehl-Tochter BGT Defence GmbH und der US-Konzern General Atomics Aeronautical Systems wollen enger bei Herstellung und Entwicklung von unbemannten Flugobjekten, so genannten Drohnen, zusammenarbeiten.

Ab 2007 hat die Bundeswehr Bedarf für eine Aufklärungsdrohne mit einer Reichweite von über 500 und einer Flughöhe von bis zu 15 Kilometern: „Wir wollen gemeinsam mit General Atomics das Modell ’Predator’ anbieten“, sagte Diehl-Vorstandsmitglied Werner Reinl. Mit im Boot sei auch Rheinmetall.

General Atomics baut den Predator [dt. "Raubtier"] in verschiedenen Versionen bereits fürs US-Militär, die die Drohnen seit Mitte der 90er Jahre einsetzt. In Deutschland wird das Flugobjekt in Wettbewerb zum EADS-Modell „Eagle“ treten. Entscheidet sich die Bundeswehr für den Predator, würde Diehl als Generalunternehmer auftreten und gemeinsam mit Rheinmetall einen Arbeitsanteil an dem Projekt von rund 50 Prozent übernehmen.

Bisher ist noch nicht klar, in welcher Stückzahl die Bundeswehr das Drohnenprogramm auflegen will. „Die Chancen für den Predator haben sich in Deutschland durch die Partnerschaft mit Diehl und Rheinmetall deutlich verbessert“, sagt Sascha Lange, Rüstungsexperte bei der Stiftung für Wissenschaft und Politik, die die Bundesregierung berät. General Atomics, einer der weltweit größten Hersteller von Drohnen, liefert den Predator auch nach Italien. Dort sei man aber mit der Drohne nicht zufrieden, heißt es in Branchenkreisen. Der EADS-Eagle habe daher in Deutschland bisher bessere Chancen gehabt.

Diehl hat bereits einige gute Drähte in die USA: Mit Raytheon besteht ein Joint Venture zur internationalen Vermarktung und Modernisierung von Raketen des Typs Sidewinder sowie des Raketenabwehrsystems RAM für Kriegsschiffe. „Beim weiter schrumpfenden nationalen Markt in Deutschland müssen wir uns auf das internationale Geschäft konzentrieren“, sagte der Chef des Familienunternehmens Thomas Diehl. Der Konzern hat im vergangenen Jahr schon Auslandsgesellschaften in Spanien, Griechenland und Kuwait gegründet.

Das Diehl-Management ergreift offenbar auch die Initiative, die bisher in Deutschland gescheiterte Konsolidierung im Bereich der Lenkwaffen-Hersteller anzuschieben. Dabei geht es vor allem um die Zukunft der EADS-Tochter LFK. Zuletzt waren Anläufe, die Lenkwaffenaktivitäten von Diehl mit LFK zusammenzulegen auch an der Frage der unternehmerischen Führung ins Leere gelaufen. EADS will LFK nun mit dem Raketenhersteller MBDA zusammenlegen, an dem auch BAE Systems und Finmeccanica beteiligt sind. „Wir sind wieder bereit, mit EADS zu reden“, sagte Diehl-Vorstand Reinl. Im Frühjahr nächsten Jahres könnte es bereits zu Gesprächen kommen.

Foto rechts: Predator über Afghanistan. Machen wir uns damit Freunde in der arabischen Welt?

Auftrieb hat die Konsolidierung wohl aus zwei Gründen bekommen: Diehl verweist darauf, mit der Fusion der Flugkörper- und Munitionsaktivitäten unter dem Dach der BGT Defence einen wichtigen Schritt getan zu haben. Beobachter registrieren auch einen verstärkten Druck der Bundesregierung, weil sie vor einer europäischen Lösung die deutsche Position stärken will.


AIM-9-Sidewinder aus Überlingen an einer Reaper-Drohne

 Dieses Bild in höherer Auflösung finden Sie hier.


Die Drohnen "Predator" und "Reaper" im Vergleich:

Die Drohne MQ-1 Predator, die ursprünglich nur der Aufklärung diente, wird für diese Einsätze mit zwei lasergelenkten Lenkwaffen "AGM-114 Hellfire" ausgerüstet. Diese Drohne hat eine Spannweite von 14.8 Metern auf, ist 8.22 Meter lang und hat eine Höhe von 2.1 Metern. Sie kann Waffen mit einem Gewicht von höchstes 204 Kilogramm tragen. Predator hat eine Reichweite von 840.9 Kilometer, eine Dienstgipfelhöhe von 7.620 Metern und eine Höchstgeschwindigkeit von 217 Stundenkilometern. Die normale Reisegeschwindigkeit ist 130 Stundenkilometer. 1997 betrugen die Kosten für vier Drohnen einschliesslich Bodenstation und der Satellitenverbindung 30.5 Millionen Dollar. Bis vor kurzem (Frühjahr 2011) verfügten die USA über insgesamt 110 Predators.

Die grössere Drohne MQ-9 Reaper verfügt über eine Kombination von lasergelenkten Lenkwaffen "AGM-114 Hellfire", lasergelenkten Bomben "GBU-12 Paveway II" und satellitengelenkten Bomben "GBU-38 JDAM". Diese Drohne hat eine Spannweite von 20.1 Metern auf, ist 11 Meter lang und 3.8 Meter hoch. Die Waffenladungskapazität beträgt max. 1.700 Kilogramm. Die Drohne Reaper hat eine Reichweite von 1.852 Kilometern, eine Dienstgipfelhöhe von 15.240 Metern. Die normale Reisegeschwindigkeit ist 370,4 Stundenkilometer. Im Jahre 2006 kosteten vier Drohnen und die Sensoren 53,5 Millionen Dollar. Bis vor kurzem (Frühjahr 2011) verfügten die USA über 47 Reaper. 


Aus der Erklärung der Menschenrechte von 1948

Artikel 10

Jede Person hat bei der Feststellung ihrer Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen sie erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

Artikel 11

Jede Person, die wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange ihre Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem sie alle für ihre Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäss dem Gesetz nachgewiesen ist.

=> Daraus ergibt sich, dass kein Land einfach so, in einem andern Land per Drohnenbeschuss Menschen liquidieren darf, auch nicht Verbrecher. Das ist Völkerrecht. <=


Aktuell: Rüstungsgegner spenden für Syrien-Kriegsopfer: Die Wunden heilen helfen, die auch deutsche Waffen und Rüstungsgüter im Syrienkrieg Menschen zufügen, war das Motiv für eine 4-stellige Euro-Spende von Mitgliedern des Vereins "Keine Waffen vom Bodensee (KWvB)e.V.", an Dr. Adnan Wahhoud aus Lindau... (weiter)

Postkartenidylle

Der Bodensee ist schön, und so denkt kaum jemand an die Opfer. Man sieht die Toten nicht. Man hört die Schreie der Verletzten nicht.

In einem alten Buch steht: "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Weiter