Wie geht es den Menschen, die dort arbeiten? Wie geht es den Angehörigen und Freunden der Menschen, die "dort" arbeiten? Wie geht es den Menschen, der Vereinsvorsitzenden, den Pfarrern, den Einzelhändlern, den Journalisten? Sie alle haben beruflich oft mit Menschen zu tun, die "dort" arbeiten. Hier eine kleine Übersicht:

(1.) Fast alle Pfarrer am Bodensee...

... haben höllisch Angst vor Konflikten in ihrer Gemeinde. Denn manches Gemeindeglied, das in der Rüstungsindustrie sein gutes Geld verdient, könnte sich angegriffen fühlen, und dann wird es schnell emotional. Und mancher, der im Kirchenchor singt, hat einen nahen Verwandten, der in einer Waffenfabrik arbeitet. Außerdem wird manches kirchliche Projekt von einer Rüstungsfirma gesponsert. Da wird´s schwierig!

Die Pfarrer sagen: "Die Kirche ist für das Segnen zuständig, für die Vergebung der Sünden, für die verständnisvolle Begleitung in allen Lebenslagen. Wir sind ja alle Sünder (Paulus), deshalb dürfen wir die Arbeiter und Ingenieure in der Rüstungsindustrie nicht verurteilen. Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Wichtig ist statt dessen ein langer, breiter Bewusstseinsprozess. Schon im Kindergarten muss man damit anfangen."

Aber: Ist es nicht die Pflicht der Christen, die Augen aufzumachen, und hinzuschaen, was passiert? Sollen Christen nicht ihrem Herrn Jesus Christus auch in der Frage der Gewaltfreiheit nachfolgen? Sollen wir nicht im Sinne der alttestamentlichen Propheten den Opfern der Waffen eine Stimme geben? Wichtig: Wir, die Initiative gegen Waffen vom Bodensee, verurteilen die Waffenproduktion am Bodensee, aber nicht die Menschen, die dort arbeiten! 

In den ersten Jahrhunderen waren die Christen eine verfolgte Minderheit, und kritisch gegenüber Staat, Militär und Justiz eingestellt. Erst ab dem 3. und 4. Jahrhundert (Konstantinische Wende) hat die Kirche mit den Mächtigen und Reichen zusammengearbeitet. Müsste die Kirche im 21. Jahrhundert diese Zusammenarbeit überdenken?

(2.) Fast alle Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler und Eltern ...

... sind so beschäftigt, dass sie nicht merken, das der Rüstungskonzern EADS-Cassidian sich in ihre Schule eingeschlichen hat.

EADS bietet Sachleistungen (Praktika, Lernmittel, Bewerbertrainings). Man schafft dadurch an den Schulen ein günstiges Klima. Man soll an den Schulen gut über EADS denken. Die besten Schüler/innen sollen zu EADS gelockt werden.

Das betrifft das Graf-Zeppelin-Gymnasium (FN), das Karl-Maybach-Gymnasium (FN), die Claude-Dornier-Schule (FN) und das Ellenrieder Gymnasium (KN).

Die vier Schulleiter haben ohne Rücksprache mit dem Lehrerkollegium, ohne Rücksprache mit den Eltern, und ohne Rücksprache mit den Schülern Kooperationsverträge mit dem Rüstungskonzern EADS geschlossen.

(3.) Fast alle Politiker und Parteien am Bodensee...

hören nichts oder sehen nichts oder haben Angst vor den Rüstungsfirmen. Viele Wählerinnen und Wähler arbeiten dort, oder haben dort gearbeitet, oder haben Angehörige, die dort arbeiten.

Die SPD vor Ort hat Angst um die Arbeitsplätze und um die Gunst der Wähler.

Die GRÜNEN haben offene Ohren für das Thema, siehe der Antrag im Bundestag vom September 2011. MdB Agnieszka Malczak (Wahlkreis RV) kennt sich aus: Rede im BundestagVeranstaltung in Immenstaad.

Die FDP wird vermutlich von den Chefs der Waffenfabriken gewählt.

Die LINKEN: Deutliche Worte kommen von Jan van Aken. Er hielt am 9. Juni 2011 vor dem Deutschen Bundestag eine Rede. Hier als youtube-Video.

Die CDU is eng verflochten mit der Rüstungsindustrie: personell und finanziell. Im Jahre 2009 hat die CDU Unternehmensspenden in Höhe von 14,9 Mio bekommen, unter anderem 20.000 Euro von EADS, 22.000 Euro von Krauss-Maffei, und 37.500 Euro von Rheinmetall (http://blog.abgeordnetenwatch.de). Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die großen Verdienste von Landrat a.D. Robert Maus (geb. 9.6.1933). Er hat sich bei der Kirchenleitung über diese Website beschwert. Er setzt sich auch sonst sehr für das Wohlergehen der Waffenfabriken ein.