Lied „Bundesstraße 31“ - Text: Eva Riedl   Musik: John Gillard

Refrain: Es schallt durch die Zeit: „Die Waffen nieder!“
Sonst kehren die Schrecken immer wieder und wieder.
Fangt jetzt damit an, ernst zu machen.
Schafft endlich Frieden – ohne Waffen!


Am Bodensee beginnt der Krieg!
Er beginnt in jedem Rüstungsbetrieb.
Man sieht uns hier in rosigem Licht.
Die dunkle Seite sieht man nicht.
Und doch genau hier findet ihr sie,
die Werkbänke der Kriegsindustrie.
Ihr Menschen in der Seeregion,
ruft laut: „Wir haben genug davon!“

Auf der B 31, von Ort zu Ort,
begleitet uns der Rüstungstransport.
Wir leben hier unverschämt gut,
woanders ziehen wir Spuren von Blut.
Rund um den See das gleiche Bild:
Die Auftragsbücher sind gefüllt.
Waffenverkauf bringt uns viel Geld
und Flüchtlinge zieh‘n durch die Welt!

Am Bodensee, ja da ist es schön!
Touristen sind hier gerne geseh’n.
Nach Pfahlbauten und Affenberg
zeigt ihnen auch ein Waffenwerk.
Was nach Primat und Steinzeitmann
der Mensch von heut so alles kann!
Keule und Stein sind „smart“ geworden
und Anzugträger befehlen das Morden.

Ihr Produzenten sagt es laut:
„Bei uns wird Kriegsgerät gebaut.“
Bringt ihr nicht Frieden in die Welt,
wissend wer zu den „Guten“ zählt?
Aber wie wird kontrolliert,
wohin sich Kampfgerät verirrt?
Und was ist Kreativität,
die sich ums beste Töten dreht?

Menschen woll’n in Frieden leben,
doch gierige Kriegshetzer säen Hass.
Lug in Politik und Trug in Religionen,
auf Kriegsgründe ist immer Verlass.
Und DIE sind die Abnahmegarantie
für unsere Rüstungsindustrie!
Hungrige Monster sind Terror und Krieg
und Exportplus für die Republik.

Man erklärt, um uns zu schützen,
sollten wir genug Waffen besitzen.
Und – angeblich hat’s keiner gewollt –
hat doch der Krieg uns überrollt.
Verletzte, Tote, Gewalt wie immer,
Heim und Herd zerbirst in Trümmer.
Verstümmelt wird Wissen, Kunst, Kultur
und es leidet alle Kreatur!

Erfüllt den großen Traum vom Frieden:
„Lasst Pflugscharen aus Schwertern schmieden!“
Denn eine Weisheit ist uralt:
„Gewalt zeugt immer nur Gewalt!“
Noch leben wir hier brav und bieder,
doch wie wäre es, sie kämen wieder:
Unsere Panzer, Gewehre und Drohnen,
um uns erneut nicht zu verschonen?


Postkartenidylle

Der Bodensee ist schön, und so denkt kaum jemand an die Opfer. Man sieht die Toten nicht. Man hört die Schreie der Verletzten nicht.

In einem alten Buch steht: "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Weiter