Zehn Fragen

- zu den Jüdischen Kulturtagen (Überlingen),
- zu den Beziehungen der Firma Diehl (Überlingen) nach Israel,
- und zu den Leiden des palästinensischen Volkes.

(1.) Haben die guten Beziehungen des Firmengründers Karl Diehl nach Israel und die umfangreichen Geschäfte der Firma Diehl mit Israel (Rafael, Eurospike) etwas mit den Jüdischen Kulturtagen in Überlingen zu tun?

(2.) Sollen die Jüdischen Kulturtage ein gutes Klima für die Waffengeschäfte der Firma Diehl schaffen?

(3.) Wird mit dem Jugendfilmprojekt dieselbe Absicht verfolgt?

(4.) Wird bei den „Jüdischen Kulturtagen“ auch darüber gesprochen, dass die israelische Soldaten palästinensische Häuser zerstören? Dass israelische Soldaten die palästinensische Bevölkerung schikanieren?

(5.) Wird bei den Jüdischen Kulturtagen darüber gesprochen, dass die Israelischen Siedlungen im Westjordanland gegen die UN-Resolution 446 verstoßen?

(6.) Die Juden wurden in der Nazi-Zeit in Europa verfolgt, vernichtet, enteignet und gedemütigt. Gibt der israelische Staat diese erlittene Gewalt in abgeschwächter Form (Rassismus, Vertreibungen) nun an die Palästinenser weiter? Das fragt der israelische Jude Avraham Burg in seinem Buch "Hitler besiegen" (siehe unten).

(7.) Welchen Wert haben die Gottesdienste und Konzerte (zum Beispiel im Münster), wenn die Kirche nichts zu den Fliegerbomben sagt, die in Überlingen an jedem Tag gebaut werden? Was soll man von katholischen und evangelischen Pfarrern halten, die nichts über die Opfer sagen? Ist dieses Wegschauen und Schweigen im Sinne Jesu? Und was hätte z.B. Amos dazu gesagt? (siehe unten)

(8.) Hat Gabi Ashkenazi, der israelische Generalstabchef (Foto unten), bei seinem „Privatbesuch“ am 28. Oktober 2009 in Überlingen auch die Firma Diehl besucht? Diehl und Rafael haben immerhin eine gemeinsame Tochter: EUROSPIKE in Rötenbach.

(9.) Das Motto der Jüdischen Kulturtage stammt von Martin Buber (1878-1965): „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“. Warum wird dabei nur an die Begegnung zwischen Deutschen und Israelis gedacht? Warum gibt es keine Begegnung mit den palästinensischen Opfern?

(10.) Martin Buber rang um die Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis: "Wir haben in Palästina nicht mit den Arabern, sondern neben ihnen gelebt. Das Nebeneinander zweier Völker auf dem gleichen Territorium muss aber, wenn es sich nicht zum Miteinander entfaltet, zum Gegeneinander ausarten. So droht es auch hier zu geschehen. Zum bloßen 'Neben' führt kein Pfad mehr zurück. Aber zum 'Mit' kann, so groß sich auch die Hindernisse aufgetürmt haben, immer noch vorgedrungen werden. Ich weiß nicht, wie lange noch. Ich weiß nur, dass wir, wenn wir dahin nicht gelangen, nicht zu unserem Ziel gelangen werden". Handeln wir hier in Überlingen wirklich im Sinne Martin Bubers?

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Anmerkung zur Frage Nummer 6: Avraham Burg wurde 1955 als Sohn eines deutschen Holocaust-Überlebenden in Jerusalem geboren. Nach dem Militärdienst wurde er in der Friedensbewegung "Peace Now" aktiv.  Er war Berater von Shimon Peres, Vorsitzender der Jewish Agency und Sprecher der Knesset. Im Jahre 2009 erschien im Campus-Verlag sein Buch "Hitler besiegen". Aus diesem Buch hier die Seiten 238f, 240f und 272f.

Anmerkung zur Frage Nummer 7: "Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." (Amos 5,21b-24)


Aktuell: Rüstungsgegner spenden für Syrien-Kriegsopfer: Die Wunden heilen helfen, die auch deutsche Waffen und Rüstungsgüter im Syrienkrieg Menschen zufügen, war das Motiv für eine 4-stellige Euro-Spende von Mitgliedern des Vereins "Keine Waffen vom Bodensee (KWvB)e.V.", an Dr. Adnan Wahhoud aus Lindau... (weiter)

Postkartenidylle

Der Bodensee ist schön, und so denkt kaum jemand an die Opfer. Man sieht die Toten nicht. Man hört die Schreie der Verletzten nicht.

In einem alten Buch steht: "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Weiter