Bodengestützte Luftverteidigung

Zitate aus "Europäischen Sicherheit & Technik" April 2013, von Ulrich Rapreger, Quelle

Der als IRIS-T SL (Surface Launched) bezeichnete Flugkörper deckt ein breites Zielspektrum ab, sowohl auf kürzeste Entfernungen als auch bis hin zu mittleren Reichweiten... Hierbei kann es sich sowohl um den Schutz von kritischer Infrastruktur oder Veranstaltungen, als auch im die Landesverteidigung oder den Auslandseinsatz handeln.

Das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM (Surface Launched Medium Range) besteht im Wesentlichen aus den Komponenten Sensor, Effektor und Feuerleitsystem. Alle Komponenten sind autonom, vernetzt und lassen sich missionsbezogen kombinieren. Sie sind hochmobil und luftverlastbar in Flugzeugen der C-130 Klasse. Auf standardisierten 20-Fuß-ISO-Containerrahmen integriert und somit unabhängig vom Trägerfahrzeug sind alle Systemkomponenten auch stationär einsetzbar.

Das System IRIS-T SLM nutzt als Hauptsensor 3D Multifunktionsradare neuester Generation. Das Radar mit einer Abdeckung von 360° wird zur Luftraumüberwachung und Zieldatenbereitstellung genutzt. Dabei werden hohe Update-Raten und verschiedene Such- und Zielverfolgungsmodi in unterschiedlichen Bereichen realisiert.

Der Boden-Luft-Flugkörper IRIS-T SL ist die Weiterentwicklung des in vielen europäischen Ländern und international als Standardbewaffnung moderner Kampfflugzeuge eingesetzten Flugkörpers IRIS-T. Diese umfasst u.a. die Leistungssteigerung des Raketenmotors sowie die Ausrüstung mit einem Datenlink und einer GPS-gestützten Navigation... Der vorfragmentierte Gefechtskopf sowie der Raketenmotor der IRIS-T SL sind insensitiv. Damit ist ein Zünden durch Brand, Blitzschlag, Beschuss oder unsachgemäße Handhabung (Sturz, Aufprall) ausgeschlossen und der Einsatz auch im urbanen Umfeld möglich.

Der Flugkörper wird im Endanflug durch einen Infrarotsuchkopf hoher Präzision und herausragender Störresistenz gegen aktive und passive Gegenmaßnahmen ins Ziel gelenkt. Der hochauflösende, passive Infrarotsuchkopf ermöglicht in Verbindung mit modernster Bildverarbeitung eine genaue Analyse des Ziels mit hoher Bild-Updaterate und die Wahl des optimalen Wirkpunktes im Ziel. Der Suchkopf registriert nicht nur geringste Temperaturunterschiede, die aus aerodynamischer Reibung resultieren. IRIS-T SL erkennt die Kontur des Ziels und kann auch kleine Flugobjekte mit geringer Wärmeabstrahlung bekämpfen.

Alle acht Lenkflugkörper können in schneller Folge verschossen werden. Dabei lassen sich unterschiedliche Ziele in verschiedensten Richtungen in einer Entfernung von bis zu 40 Kilometern und Höhen bis 20 Kilometern bekämpfen.

Das Feuerleitsystem TOC (Tactical Operations Center) ist mit zwei Operateuren besetzt, die den taktischen Luftkampf führen... Die Anbindung der Waffensystemkomponenten erfolgt über Funk oder Glasfaserdatenkabel.

Diehl Defence entwickelt das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM mit dem Ziel der Serienreife ab 2014.

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Luftverteidigungssystem in Anwesenheit internationalen Publikums demonstriert

Überlingen, 23. Januar 2014 - Diehl Defence hat sein bodengebundenes Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM auf der Overberg Test Range in Südafrika am 14. Januar 2014 in Anwesenheit internationaler Experten und militärischer Vertreter aus 16 Nationen erfolgreich demonstriert.

Das IRIS-T SLM-Luftverteidigungssystem zeichnet sich durch seine modulare Auslegung und offene Systemarchitektur aus. In der aktuellen Schießkampagne setzte es sich aus folgenden Komponenten zusammen: Aus dem neuen CEAFAR-Radar der australischen Firma CEA Technologies sowie aus einem Tactical Operation Center (TOC), das sowohl das BMD-Flex Command & Control System der dänischen Firma Terma als auch das Oerlikon Skymaster Battle Management System von Rheinmetall Air Defence, Schweiz, sowie das IRIS-T SL-Startgerät mit Flugkörpern von Diehl Defence verwendet. Alle Systemkomponenten wurden mit der Feuerleit-Software von Diehl Defence in das Gesamtsystem integriert.

IRIS-T SLM fasste die als feindlich klassifizierte, niedrig fliegende Zieldrohne vom Typ DO DT-25 sicher auf. Der Flugkörper wurde aus einer Entfernung von ca. 20 km gestartet und fing das Ziel mit einem Direkttreffer ab. Während des gesamten Flugs konnten die vom Radar gelieferten Zieldaten über den Datenlink an den Flugkörper-Infrarotsuchkopf weitergeleitet werden, der sich auf das fliegende Ziel aufschaltete.

Erstmals demonstrierte Diehl Defence die volle Funktionalität des IRIS-T SLM-Systems mit eigener Radar-Auslegung, dem TOC und dem Startgerät im realen Schuss. Dieses Ereignis schließt sich zwei im vergangenen November ausgetragenen erfolgreichen Testkampagnen an, in denen das IRIS-T SL-Startgerät und der Flugkörper als Teil des deutschen Entwicklungsvertrags von Diehl Defence mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) erprobt wurden.
Die Verteidigungsministerien Deutschlands und Australiens unterstützten das Demonstrationsschießen. Knapp 90 Besucher aus aller Welt erlebten den Testschuss im Test Range Control Center und erhielten ausführliche Informationen über die operationellen Fähigkeiten und technischen Details des bodengebundenen Luftverteidigungssystems.

Der Teilkonzern Diehl Defence bündelt die Geschäftsaktivitäten der Diehl-Gruppe in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung. Als Führungsgesellschaft steuert Diehl Defence zahlreiche Tochterunternehmen, Programm- und Beteiligungsgesellschaften. Der Teilkonzern erzielt mit 2.800 Beschäftigten* einen Jahresumsatz von 540 Mio. Euro (Trend 2014).

Text und Fotos: Diehl Defence Holding GmbH


Aktuell: Rüstungsgegner spenden für Syrien-Kriegsopfer: Die Wunden heilen helfen, die auch deutsche Waffen und Rüstungsgüter im Syrienkrieg Menschen zufügen, war das Motiv für eine 4-stellige Euro-Spende von Mitgliedern des Vereins "Keine Waffen vom Bodensee (KWvB)e.V.", an Dr. Adnan Wahhoud aus Lindau... (weiter)

Postkartenidylle

Der Bodensee ist schön, und so denkt kaum jemand an die Opfer. Man sieht die Toten nicht. Man hört die Schreie der Verletzten nicht.

In einem alten Buch steht: "Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind." Weiter