Leserbrief zum Beitrag "Diehl baut den Standort Überlingen aus" (SÜDKURIER vom 19.11.2021)

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen weitere Erhöhung unserer „Verteidigungsausgaben“, bei der atomaren Aufrüstung sind es über 2/3. Aber hier am schönen Bodensee verkündet die Fa. Diehl Defence: „Im Rüstungsbereich geht es aufwärts“ und erntet Applaus bei Politik und Medien  - aber blankes Entsetzen bei uns von der Friedensregion Bodensee. Herr Rauch verspricht uns Sicherheit. Sicherheit ist wichtig, sie ist ein menschliches Grundbedürfnis. Nur leider wird die Fa. Diehl ihr Versprechen niemals einhalten können, denn gegen die größten Bedrohungen unserer Zivilisation werden uns auch die allermodernsten Diehl-Waffensysteme nicht helfen können, im Gegenteil.  
- Aufrüstung hilft nicht gegen die fortschreitende Spaltung unserer Gesellschaft. Sie ist ja selbst Ausdruck des Freund-Feind-Denkens und fördert dieses.
- Auch der Pandemie kommen wir mit modernsten Waffen nicht bei. Schon ein Teil der 53 Milliarden Euro des sog. Verteidigungshaushaltes könnte unsere medizinische Grundversorgung und die Besoldung für Gesundheits- und Pflegeberufe verbessern. Dort können mit gleichem finanziellem Einsatz bedeutend mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als in der kapitalintensiven Rüstungsindustrie.
- Weltweit nehmen Hunger und Armut wieder zu. Rüstungsexporte verschärfen Konflikte und erhöhen die Kriegsgefahr. Immer mehr Menschen sehen sich zur Flucht gezwungen, trotz aller Abschottungsmaßnahmen der reichen Länder.  
- Zum Kampf gegen die Klimakatastrophe kann der Rüstungssektor schon gar nichts beitragen. Allein das Militär der USA emittiert so viel CO² wie ganz Großbritannien, ein Transporthubschrauber CH53 verbraucht über 1000 l Treibstoff pro Stunde. Militär ist einer der größten Ressourcenfresser und Klimaschädiger.  Da von Nachhaltigkeit zu reden, ist blanker Zynismus.
Rüstung ist Teil des Problems, wird von Herrn Rauch jedoch als Lösung inszeniert. „Nachhaltig“ sind allein die Renditen der Anleger.
Und die Sicherheit bei einem militärischen Angriff? Da könnten wir uns ohne die Rüstungsfirmen am Bodensee entschieden sicherer fühlen. Von der Politik erwarten wir ein intelligentes Konzept ziviler Sicherheitspolitik. Sie könnte sich dabei am Szenario Sicherheit neu denken der Evangelischen Landeskirche Baden orientieren. Unsere Steuermilliarden sollten nicht einer nutzlosen Rüstungsindustrie verfüttert, sondern nachhaltig investiert werden in Bildung und Gesundheit weltweit,  gerechte Handelsbeziehungen, Stärkung internationaler Zusammenarbeit und globale Klimagerechtigkeit.
Jürgen Dornis, Herdwangen

 

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