Im Mittelpunkt stehen Macht und Geld. Wer denkt an die Opfer?

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Schwäbische Zeitung 07.10.2015: "Peter Lake ist neues ZF-Vorstandsmitglied ... Seit 1. Oktober verantwortet Lake auch das Vorstandsressort Markt in ZF-Konzern. Der 59-Jährige war seit 2002 bei TRW Automotive (jetzt ZF TRW) in Livonia bei Detroit zuständig für den Vertrieb und die Geschäftsentwicklung."


SÜDKURIER – Wirtschaft – 19.12.2012 – Seite 7

ZF Friedrichshafen krempelt den Vorstand um

Der Autozulieferer organisiert die Spitze neu. Künftig leiten nur noch sechs statt bisher acht Manager den Konzern. Das Ressort Technik wird dreigeteilt.

Die ZF Friedrichshafen AG ordnet ihren Vorstand neu. Der Autozulieferer nutzt das altersbedingte Ausscheiden von Reinhard Buhl und Gerhard Wagner, um die Zahl der Vorstände von acht auf sechs zu verringern. Darunter wird ein neues Gesicht sein: Michael Hankel (55), bisher Vorsitzender der Geschäftsführung der ZF Lenksysteme GmbH (Schwäbisch Gmünd), wird neues ZF-Vorstandsmitglied. Der bisherige ZF-Technikvorstand Peter Ottenbruch übernimmt dessen Verantwortung bei ZF Lenksysteme.

Wie der Konzern mitteilt, wird mit dem neuen Vorstandskonzept, das im Lauf des Jahres 2013 eingeführt wird, die bisherige Trennung von Divisions- und Ressortverantwortung aufgehoben. „Mit dem neuen Vorstandskonzept erweitern wir die Aufgabenbereiche der ZF-Vorstände deutlich. Die strategische Ausrichtung in der Vorstandsarbeit erhält mehr Gewicht“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Giorgio Behr. Für den Konzern sei es wichtig, Konzernsynergien noch besser zu realisieren. „Wenn die Vorstandsmitglieder künftig die Konzern- und Divisionsinteressen ganzheitlicher beurteilen, ist dies im Sinne einer besseren Zusammenarbeit“, so Behr. Ziel der Neuorganisation sei eine intensivere Vernetzung und Zusammenarbeit im gesamten ZF-Konzern, „um das künftige Wachstum besser zu bewältigen.“

Im Zuge der Neuordnung wird das bisherige Ressort Technik in drei Ressorts aufgeteilt: Forschung und Entwicklung, Qualität und Produktion. Der Vorsitzende des Vorstands, Stefan Sommer, behält die Zuständigkeit für die Ressorts Markt sowie für ZF Services und übernimmt das Ressort Forschung und Entwicklung. Rolf Lutz bleibt als Vorstandsmitglied für die Division Nutzfahrzeugtechnik [und damit auch für die militärische Fahrzeugtechnik*] und die Region Südamerika verantwortlich. Er übernimmt zusätzlich das Ressort Qualität.

Michael Hankel wird künftig den Vorstandsbereich Pkw mit den Divisionen Antriebstechnik und Fahrwerktechnik sowie das neue Ressort Produktionstechnik verantworten. Hankel übernimmt auch die Zuständigkeit für das Geschäftsfeld Elektronische Systeme. Während Hankels Tätigkeit für ZF Lenksysteme stieg der Umsatz dieses Unternehmens von 2,6 (2007) auf rund 4 Milliarden Euro im Jahr 2012.

Der Technikvorstand Peter Ottenbruch scheidet aus dem Vorstand aus. Der promovierte Maschinenbauer wird neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der ZF Lenksysteme GmbH.

Ottenbruch gehörte der ZF-Vorstand seit 2011 an. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der ZF Sachs AG (Schweinfurt). ZF-Vorstandsmitglied Wilhelm Rehm wird künftig neben der Division Industrietechnik das Ressort Materialwirtschaft übernehmen.

Jürgen Holeksa behält die Verantwortung für das Vorstandsressort Personal und übernimmt zusätzlich die Regionenverantwortung Asien-Pazifik.

Konstantin Sauer bleibt im Vorstand zuständig für die Ressorts Finanzen, Controlling und IT, für das Prozessmanagement sowie für die Region Nordamerika.

* In eckigen Klammern steht eine Anmerkung der Initiative gegen Waffen vom Bodensee.

Fotos von oben nach unten: Hankel, Ottenbruch, Sommer, Lutz, Holeksa, Sauer.


Wer denkt an die Toten und Verletzten?

Ab hier: SÜDKURIER - Friedrichshafen, 18.05.2012, Autor: Herbert Guth, Quelle

Hans-Georg Härter wird in den ZF-Aufsichtsrat berufen

Der ehemalige ZF-Vorstandsvorsitzende wurde feierlich verabschiedet. Die Redner würdigen soziale Verantwortung und Verlässlichkeit

Eine solch stilvolle Abschiedsfeier nach einem jahrzehntelangen Berufsleben wird nicht vielen Menschen geboten, die sich in den Un-Ruhestand verabschieden. Hans-Georg Härter, der den ZF-Vorstandsvorsitz zum 1. Mai in die Hände von Stefan Sommer legte, gehört zu ihnen. Im Graf-Zeppelin-Haus hatten sich Dienstagabend die Spitzenvertreter der deutschen und europäischen Automobilindustrie versammelt. Dazu kamen natürlich die Weggefährten aus dem Hause ZF, die Vertreter der heimischen Wirtschaft sowie der Politik.

Auf den Festabend eingestimmt wurden die Gäste durch den preisgekrönten Klavierspieler Alexej Gorlatch, der Werke von Brahms und Beethoven spielte. Härter dankte dem Gewinner des ZF-Musikpreises 2008 und gestand ein: „Ich sehe hier meine Grenzen.“ Er spielte damit darauf an, dass er sich für den Ruhestand ein Instrument kaufte und Klavierunterricht nehmen will, anknüpfend an frühere Jahre seiner Klavierleidenschaft.

Alle Gäste des Abends feierten den Mann, der den drittgrößten deutschen Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen AG aus der tiefen Finanz- und Wirtschaftskrise hinauf führte in unerwartete Umsatz- und Gewinngrößen. Um seine außergewöhnlichen unternehmerischen Fähigkeiten und Kenntnisse der Branche auch künftig nutzen zu können, wird Hans-Georg Härter in den ZF-Aufsichtsrat einziehen. Ein entsprechendes Angebot unterbreitete in seiner Ansprache Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand in seiner Eigenschaft als Vertreter der Gesellschafter der ZF Friedrichshafen AG. „Dieses Angebot nehme ich mit großer Freude an.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit ZF“, erklärte ein sichtlich bewegter Hans-Georg Härter. Aufsichtsratschef Giorgio Behr zeigte sich bei seiner Schilderung des beruflichen Lebensweges von Hans-Georg Härter überzeugt davon, dass dieser genug Kraft aufbringe, um sich auch jenseits des Rentenalters für das Unternehmen ZF einzusetzen. „Seine Ehe mit ZF ist nicht zu Ende.“

Oberbürgermeister Andreas Brand, selbst Mitglied des Aufsichtsrats bei ZF, versuchte in 600 Sekunden zugebilligter Redezeit das Lebenswerk von Hans-Georg Härter zu beschreiben. Dieser habe immer wieder unternehmerischen Weitblick bewiesen. Dies sei unter anderem durch den Glauben an den Kunden Chrysler in der Wirtschaftskrise dokumentiert. Davon profitiere ZF heute in hohem Maße, ebenso von der Bearbeitung des Marktes in Nordamerika. Dazu sei auch der Einstieg in den Markt für Getriebe leistungsstarker Windkraftanlagen zu zählen. Nicht zuletzt sei die organisatorische Umgestaltung des ZF-Konzerns als Meilenstein in der Unternehmensgeschichte zu sehen. Dafür werde von den Kunden hohe Anerkennung ausgesprochen. „Sie wussten, was Sie unternehmerisch wollten, Sie kämpften dafür.“

Hervorgehoben wurde von Brand das vertrauensvolle Verhältnis Härters zu den Eigentümern. „Für uns Häfler waren und sind Sie präsent.“ Er habe sich mit der Heimat der Mitarbeiter identifiziert. „Härter hat der ZF, er hat der Stadt Friedrichshafen gut getan.“

Johann Kirchgässner, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats, erinnerte an von Emotionen geprägte Betriebsversammlungen in Friedrichshafen und Passau, auf denen Härter von der Belegschaft verabschiedet wurde. Härter habe als Chef keinen Schmusekurs gefahren. Er sei den Mitarbeitern gegenüber aber immer ehrlich, redlich und fundiert aufgetreten. „Es gab bei ihm keine Brüche zwischen Wort und Tat.“

Nach Grußworten von VW-Chef Martin Winterkorn und Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie, endete der Abend mit stehenden Ovationen für Härter. Dieser hatte in seiner Dankesrede zuvor die enge Bindung von ZF zu den Kunden „als Basis unseres Erfolgs“ betont.